Immer wieder hört man von Kleintieren wie Igeln die in Zäunen festhängen und im besten Falle rechtzeitig gerettet werden. Hier ist besonders der beliebte Stabmattenzaun oft ein Problem.
Was weniger offensichtlich ist: Die Wichtigkeit eines durchgängigen Lebensraums für viele Kleinsäuger und Vögel, die in unseren Gärten leben. Ein Garten ist für gewöhnlich nicht genug, die Tiere wandern oft von Grundstück zu Grundstück oder verlassen Gärten.
Maßnahmen bei neuen Zäunen
Was können Sie also tun, um Unfälle zu vermeiden und durchlässige Gartenräume zu schaffen?
Am besten geschieht das schon bei Errichtung neuer Einfriedungen und Planung.
Es ist technisch für gewöhnlich kein Problem, einen Mattenzaun, Staketenzaun oder auch Maschendraht mit einem gewissen Bodenabstand einzubauen.
Bewährt haben sich Abstände zwischen 8 und 12 cm. Wenn es ein rein privat genutztes Grundstück ist, darf der Bodenabstand auch größer sein. Ein Beispiel für einen neuen Doppelstabmattenzaun sehen Sie im Foto oben.
Wann ein Zaun gar nicht nötig ist
Bei abgelegenen oder eher ländlichen Grundstücken kann auch überlegt werden, ob eine Einfriedung in Form von Zäunen oder Mauern überhaupt nötig ist. In Bayern zum Beispiel besteht keine Pflicht, sein Grundstück einzufrieden, außer Nachbarn fordern dies oder es ist in einem Gebiet üblich. Eine Hecke oder Strauchpflanzung signalisiert Abtrennung, ist für Tiere aber maximal durchgängig.
Was rechtlich zu beachten ist
Neuere Bebauungspläne haben zu Bodenabständen oft ohnehin Vorgaben erlassen. Ebenso sind lokale Einfriedungssatzungen zu beachten, die Vorgaben zu Höhe oder Bodenabstand von Zäunen enthalten können. Neue Mauern und Zaunsockel sind in vielen Gemeinden nicht gestattet, ausgenommen als Geländeabstützung.
Prüfen Sie vorab die Gegebenheiten und Vorgaben für Ihren Garten.
Praktische Lösungen für vorhandene Zäune
Wie kann man nun alte Zäune und Einfriedungen, die bis zum Boden reichen, verbessern? Bei Staketenzäunen aus Holz lässt sich recht leicht ein Durchschlupf aussägen oder eine sogenannte Igelklappe/-Tor einbauen. Dies ist theoretisch auch in Metallzäunen möglich. Hier sind die Sägeränder mit einem Zinkspray gegen Rost zu versiegeln.
Schwierig bis unmöglich ist die Umgestaltung von Mauern und hohen Sockeln. Handelt es sich um einen Geländeversprung zum Nachbargarten hin, wäre eine kleine Leiter oder Rampe denkbar. Eine Trockenmauer kann mit größerem Anlauf gestaltet werden, so dass zumindest Tiere heraufkommen, die etwas klettern können.
Wenn sich Ihre Einfriedung nicht anpassen lässt
Wenn es bei Ihnen nicht möglich ist, Maßnahmen davon umzusetzen, kann immer noch überlegt werden, die Mauer oder den Sockel selbst als Lebensraum zu gestalten. Bestimmte Löcher und Fugen werden gerne von Wildbienen genutzt, Fugen können bepflanzt werden oder Sie setzen passende Kletter- oder Rankpflanzen an Mauern als Unterschlupf und Nahrungsquelle.
Fazit: Änderungen beginnen im Kleinen
Ob mit oder ohne Zaun – jeder Garten bietet Chancen, Tieren Wege zu öffnen und Schutz zu geben. Manchmal reichen schon kleine Anpassungen, um große Wirkung zu erzielen. Wenn Sie sich mit den örtlichen Vorgaben auseinandersetzen, schaffen Sie einen Garten, der nicht nur schön, praktisch und sicher, sondern auch lebendig ist.



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